Inklusion, Kultur und Religion
Mehr als ein Beckenboden: Inklusion, Diversität und gesellschaftliche Einflüsse auf Gesundheit
1 Tag, 8 UE (online)
Beckenbodenbeschwerden entstehen und bestehen nicht im luftleeren Raum. Gesellschaftliche Normen, Diskriminierungserfahrungen, ökonomische Belastungen, kulturelle Prägungen und soziale Ungleichheiten wirken auf Körper, Sexualität und Gesundheit ein und beeinflussen damit auch die therapeutische Arbeit.
In diesem Modul reflektieren wir eigene Privilegien, Vorannahmen und Perspektivlücken. Wir beschäftigen uns mit Themen wie Intersektionalität, Rassismus, Klassismus, Ableismus und Bodyismus und fragen, welche Bedeutung diese Perspektiven für eine sensible Begleitung von Klient*innen haben. Dabei richten wir den Blick auf die Wechselwirkungen verschiedener sozialer Positionierungen und Lebensrealitäten und darauf, wie sich diese auf Gesundheit, Körpererleben, Sexualität, Beckenbodenbeschwerden sowie den Zugang zu Gesundheitsversorgung auswirken können.
Ziel ist es, Menschen in ihrer Komplexität wahrzunehmen und einen professionellen Rahmen zu schaffen, der Sicherheit, Zugehörigkeit und Respekt fördert. Die Teilnehmenden erweitern ihre Kompetenzen für eine diskriminierungssensible, trauma- und kulturbewusste Praxis und lernen, Symptome nicht isoliert zu betrachten, sondern in ihren biopsychosozialen Zusammenhängen zu verstehen.
Dieses Modul ist bewusst stärker auf Reflexion, Austausch und Perspektivwechsel ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen weniger praktische Körperübungen als die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Bedingungen, die Gesundheit, Sexualität und Beckenbodenbeschwerden mitprägen.
Nach dem Modul können die Teilnehmenden:
- eigene Privilegien, Vorannahmen und mögliche Perspektivlücken in der beruflichen Praxis reflektieren.
- zentrale Konzepte wie Intersektionalität, Rassismus, Klassismus, Ableismus und Bodyismus einordnen und deren Relevanz für die Beckenbodenarbeit verstehen.
- die Auswirkungen gesellschaftlicher Machtverhältnisse und Diskriminierungserfahrungen auf Gesundheit, Körperwahrnehmung und Sexualität erkennen.
- Beckenbodenbeschwerden und sexuelle Gesundheit stärker in ihrem biopsychosozialen Kontext betrachten.
- einen diskriminierungs-, trauma- und kultursensibleren Umgang mit Klient*innen gestalten.
- die Vielfalt von Lebensrealitäten respektvoll berücksichtigen und einen sichereren therapeutischen Raum schaffen.
- Gesundheit nicht ausschließlich als individuelles, sondern auch als gesellschaftlich beeinflusstes Geschehen verstehen.